5.12 Tools zur Videoerstellung

Videos lassen sich auch mit relativ wenig Aufwand und gar nicht so teurer Technik produzieren. Oft genügt schon ein Smartphone, für qualitativ bessere Ergebnisse lässt sich dieses mit wenigen Mitteln "aufpeppen". In BLBlended Learning-Settings kann es spannend sein, Schülerinnen und Schüler selbst im Rahmen von konkreten Aufgabenstellungen Videos drehen zu lassen.

Hinweis
Auf dieser Seite werden einige Tipps und Tricks zur Videoproduktion vorgestellt. Die Informationen beruhen auf einer Präsentation, die Madeye Films im Rahmen der Tagung Organisation von digitalen Lernszenarien in der dualen Berufsausbildung (Tagung) gehalten hat.

Bevor mit der eigentlichen Produktion des Videos begonnen werden kann, sind im Vorfeld einige Dinge zu erledigen. Zu allererst ist eine Grundidee nötig (Was soll gedreht werden?).

Anschließend muss die Verfügbarkeit und Eignung des Equipments und der Drehorte überprüft werden. Niemand mag unscharfe und verwackelte Aufnahmen mit schlechtem Ton und niemals sollte die Unversehrtheit der beteiligten Personen an einem der Drehorte gefährdet sein. Die Arbeitssicherheit sollte vor allem bei Aufnahmen in Betrieben die höchste Priorität genießen. Sind diese Rahmen abgesteckt, kann daraufhin mit der Erstellung eines Drehbuchs mit Treatments/Shotlist begonnen werden. Darauf aufbauend können dann Aufgaben und Rollen unter den beteiligten Personen aufgeteilt werden und mit dem eigentlichen Dreh des Videos begonnen werden. Dabei sollte für die gesamte Produktion ausreichend Zeit eingeplant werden, denn auch jede noch so gut geplante Videoproduktion wird von einigen im Vorfeld nicht einplanbaren Unwägbarkeiten begleitet sein. Für den Dreh von Schülervideos bieten sich vor allem Smartphones, Camcorder und digitale Spiegelreflexkameras an.

Smartphone

Smartphones bieten den großen Vorteil, dass sie weit verbreitet unter Schülerinnen und Schülern sind und somit eigentlich immer griffbereit zur Verfügung stehen. Aufgenommene Szenen können zudem leicht auf andere Geräte transferiert oder direkt auf dem Smartphone bearbeitet werden. Mit zusätzlichem Equipment speziell für Videoaufnahmen mit Smartphones, wie Handheld Gimbals, Steadycam-Systemen oder Smartphone Videomikrofonen lässt sich außerdem die Qualität der Aufnahmen steigern, auch wenn die Einstellungsmöglichkeiten und Bildqualität dennoch geringer sein werden, als bei Camcordern und Spiegelreflexkameras. Ein weiterer Nachteil von Smartphones ist der vergleichsweise geringe Speicherplatz.

Camcorder

Camcorder bieten eine gute Bildqualität bei einfacher Bedienbarkeit (Autofokus!). Oftmals verfügen die Geräte über interne Bildstabilisatoren, sodass sich die Handhabung der Geräte einfacher gestaltet als bei Smartphones. Wie beim Smartphone lässt sich die Qualität der Aufnahmen mit zusätzlichen Equipment, wie Camcorder Mikrophonen oder Stativen weiter verbessern. Die Kosten für das zusätzliche Equipment bewegen sich dabei im selben Rahmen wie beim Smartphone. Allerdings sind Camcorder bei weitem nicht so verbreitet wie Smartphones und müssen in der Regel angeschafft werden. Die Kosten für die Anschaffung eines Gerätes belaufen sich auf 250 - 800 €.

Digitale Spiegelreflexkamera

Digitale Spiegelreflexkameras (DLSR) bieten die beste Bildqualität und sehr viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten. Allerdings erfordert der Umgang mit den Geräten Vorwissen und stellt hohe Anforderungen an den Nutzer, um eine optimale Aufnahmequalität zu erzielen. Zudem sind die Kosten in der Anschaffung und für zusätzliches Equipment mit ca. 1000 € für die Kamera selbst und nochmals ca. 1000 € für das Equipment wesentlich höher, als bei den anderen beiden Aufnahmegeräten.

Postproduktion

Eine ordentliche Postproduktion erfordert ebenfalls geeignetes Equipment. So sollte ein PC mit mindestens 8 GB Arbeitsspeicher, einem Intel Core i5 oder dem AMD Äquivalent, Windows 7, 8 oder 10 und einer Graphikkarte mit mind. 512 MB (für 4k UHD mind. 2GB) zur Verfügung stehen um einen reibungslosen Betrieb von Schnittprogrammen wie Adobe Premiere oder HitFilm (Links zu Glossareinträgen?) zu garantieren. Für Apple Mac Nutzer ist mindestens OS X10.10 Yosemite zu empfehlen.

Fazit

In der folgenden Tabelle sind noch einmal die Vor- und Nachteile der Aufnahmegeräte gegenübergestellt. Für erste einfache Videoproduktionen sind Smartphones aufgrund ihrer hohen Verfügbarkeit besonders geeignet. Für größere und komplexe Projekte sollte allerdings auf andere Geräte zurückgegriffen werden, da diese vor allem vielfältigere Einstellungsmöglichkeiten bieten.

Vorteile Nachteile
Smartphones + hohe Verfügbarkeit
+ niedriger Kostenfaktor
+ direkte Bearbeitung auf dem Gerät möglich
- eingeschränkte Einstellungsmöglichkeiten
- geringste Bildqualität
- geringer Speicherplatz
Camcorder + gute Bildqualität
+ einfache Bedienbarkeit (Autofokus!)
+ einfache Handhabung (Bildstabilisatoren)
- eingeschränkte kreative Möglichkeiten
Digitale Spiegelreflexkamera + sehr gute Bildqualität
+ sehr viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten
- hoher Kostenfaktor
- hohe Anforderungen an den Nutzer

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Tools
Schülerinnen und Schüler können mit selbst erstellten Videos beispielsweise Einblicke in ihren Betrieb geben. Möglich ist auch die gemeinschaftliche Produktion eines Image Films, beispielsweise um die eigene Schule vorzustellen.