4.3.2.3 Endevaluation der Befragungen mit den Schülerinnen und Schülern

In der Endevaluation konnten Vergleiche zur Vorherbefragung unternommen werden, um Änderungen durch die Blended Learning Szenarien aufzudecken. Mit den der Vorherbefragung zum Teil identischen Fragebatterien können Änderungen seit dem Schuljahresbeginn sichtbar werden. Über Textfelder für qualitative Antworten wurden neben dem allgemeinen Vergleich über die Skalen die gesammelten Erfahrungen und Eindrücke der SuSSchüler und Schülerinnen aufgenommen und analysiert. Von den ursprünglich vierzehn SuS wurden haben in der Endevaluation elf teilgenommen. Von diesen elf SuS haben zwei Schüler ihren Wohnort nicht angegeben, daher war es unmöglich diese den entsprechenden Pseudonymen zuzuordnen. Neun der Auszubildenden können aber durch die Angabe des Wohnortes zugeordnet werden und daher Vorher-nachher-Vergleiche durchgeführt werden. Die beiden unbestimmten Schüler wurden in der Auswertung dennoch aufgrund ihrer qualitativen Textfelder und in den nicht vergleichenden Analysen berücksichtigt. In den folgenden Analysen steht der Begriff Computer synonym für PC, Laptop und Tablet und das Multigerät bezeichnet Drucker, Kopierer und Faxgerät, die meistens gemeinsam abgefragt wurden.

Mediennutzungsverhalten

In der regelmäßigen Mediennutzung stiegen das Radio und die Printmedien um zwei Nennungen an. Im privaten Kontext bekam der PC eine zusätzliche Nennung, wohingegen das Telefon und der Kopierer weniger genutzt werden. Das Smartphone wird weniger zum Telefonieren (-1) und Spielen (-2) genutzt. In der Nutzung von Programmen haben Mailprogramme und Präsentationsprogramme eine zusätzliche Nennung erhalten. Bei den Internetangeboten werden Blogs, Foto-Portale, Video-Portale und Wissenschaftliches je einmal weniger genutzt, wohingegen GooglePlus (+1), Communities (+1) und Musik/Radio (+3) an Nennungen gewonnen haben. Beim Nutzungsverhalten im Kontext von Teamspeak/Kommunikationstools, Foren/Chats und bei Cloud-Diensten haben sich ebenso wie bei der beruflichen Intensität von Kommunikationsmedien keine signifikanten Änderungen ergeben. In der Endevaluation haben sich jedoch auch einige signifikante Veränderungen im Mediennutzungsverhalten ergeben, wie in der Abbildung zu sehen ist (vgl. Abbildung unten). So verschiebt sich die Häufigkeit der Wochentage, an denen mit dem PC gearbeitet wird sehr deutlich, da drei Auszubildende sieben Tage der Nutzung angegeben haben, was mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Videokonferenzen zurückzuführen ist, welche im Probedurchlauf insbesondere an Sonntagen stattgefunden haben. Das Smartphone wird häufiger im beruflichen Kontext genutzt und die Informationsgewinnung am Computer ist gestiegen. Sehr deutlich erhöhte sich der durchschnittliche tägliche Umfang von Stunden am PC von 6,9 auf 8,15 Stunden am Tag um 1,25 Stunden.

Änderung mediennutzungsverhalten.png

Einschätzungen

Dass der Umgang mit dem Computer und dem Internet der Gruppe der SuS leicht fällt, hat sich auch nach einem Jahr intensiver Auseinandersetzung nur leicht verändert, da der Mittelwert von 1,0 auf 1,3 gesunken ist. Ähnliches gilt für Einschätzung der Medienkompetenz, lediglich eine Person war offensichtlich von ihrer medialen Kompetenzeinschätzung etwas enttäuscht (vgl. nachfolgende Abbildung).

Einschätzung medienkompetenz vorher nachher.png

Besonders stark verändert haben sich hingegen die Einschätzungen zu den persönlichen Fähigkeiten. In fast allen Bereichen geben die Auszubildenden positive Entwicklungen an (vgl. Abbildung unten). Am stärksten verbessert hat sich die Fähigkeit des Schreibens und Formulierens mit einem Mittelwert von 2,0 hin zu 1,56. Auch das Lesen und Verstehen hat einen starken Schub in der positiven Einschätzung bekommen. Während der Umgang mit digitalen Geräten gleichgeblieben ist, verbesserten sich auch die Einschätzung zu den Kompetenzen in den Bereichen Sprechen und Artikulieren sowie dem Umgang mit dem Internet. Die digitalen Lernszenarien haben hier einen offensichtlich sehr starken Einfluss auf die Wahrnehmung und Verbesserung der persönlichen Kompetenzen der SuS.

Einschätzung fähigkeiten vorher nachher.png

Lernprofile

Die Haltung zur zeitlichen Lernpräferenz bestätigte sich auch in der Endevaluation (siehe Abbildung unten), in welcher zusätzlich die Begründung für die Favorisierung auf die erste Hälfte des Tages erhoben wurde. Die Auszubildenden gaben dabei an, dass es vor allem um Konzentrationsfähigkeit, Ruhe, Motivation und strukturelle Aspekte geht, wie in den folgenden Zitaten ersichtlich.

„Konzentrationsfähigkeit und Geistige Kompetenz sind morgens höher“, „Ringsum Ruhe“, „Ich habe nachmittags etwas Besseres vor“, „Weil man ganz einfach morgens beginnt und den Resttag frei hat wie üblich“.
Zeitliche präferenz onilne lehre.png

Neben der zeitlichen Dimension wurde auch die örtliche Favorisierung in der Endevaluation präzisiert. In der Vorherbefragung sprachen sich neun Auszubildende für das digitale Lernen Zuhause aus, wohingegen drei für den betrieblichen Kontext plädierten und weitere zwei sich beides wünschten. Im Fragebogen zum Schuljahresende sollten sich die SuS nun einzeln zu den Lernorten Zuhause, Betrieb und Schule positionieren und eine Begründung dazu angeben. Dabei wurden die Bedenken aus der Vorher- und Zwischenevaluation bestätigt, dass die digitale Lehre im Betrieb an Bedingungen gekoppelt ist, die den Auszubildenden nicht vom Lernen abhalten. Bei der Frage, ob die digitale Lehre im Betrieb stattfinden sollte, dominierten die strukturbedingten Sorgen, dass im stressigen Betriebsalltag keine Rücksicht auf die Lernsituation genommen wird, womit sich auch der sehr negative Mittelwert von 4,0 erklärt (vgl. nachfolgende Abbildung). Wie die Erläuterungen der SuS zeigen, dominieren hier Aspekte des betrieblichen Alltags, Ablenkung, Mobilität und Prinzip.

Digitale lehre betrieb.png
„Betrieblicher Stress bzw. betriebliche Aufgaben“, „kaum Zeit“, „Keine Garantie der Konzentrationsfähigkeit, Ablenkung durch anderweitigen Einsatz“, „Weil man dort häufiger unterbrochen wird, sei es ,dass das Telefon klingelt, Kollegen etwas von mir wollen oder man bedient Kunden“, “Weil man zur Arbeit abgerufen werden kann was ich unnötig finde da man wenn man schulischen Unterricht hat nicht durch Arbeit unterbrochen werden sollte“.

„Dort werde ich nicht so leicht abgelenkt“.

„Ich bin im Betrieb zum Arbeiten“, „Im Betrieb habe ich andere Aufgaben“

„Langer Fahrtweg“, „Anfahrt, Rückfahrt“

„Ringsrum Lautstärke, Telefonate, Störungen durch Kunden, Anfahrt, Rückfahrt, Ablenkung was anderes noch tun zu müssen“.

Die digitale Lehre am Lernort Zuhause schneidet mit einem Mittelwert von 2,27 im Vergleich zum Lernort Betrieb wesentlich besser ab (vgl. Abbildung unten). Die Begründungen dafür liegen vor allem an der gewonnen Mobilität und dem vertrauten Umfeld, wohingegen sich zu Aspekten von Konzentration, Motivation und Ablenkung sowohl positiv als auch negativ geäußert wird.

Digitale lehre zuhause.png
„Bessere Konzentrationsmöglichkeit und angenehmeres Umfeld“, „Weil man dort seine Ruhe hat und nicht unterbrochen wird“, „Zuhause werde ich leichter abgelenkt“, „Zuhause kann man sich nicht gut motivieren zum Lernen oder Arbeiten“.

„Kein langer Fahrtweg“, „Vermeidung der Fahrzeiten“

„Bequemlichkeit“, „angenehmeres Umfeld“, „Entspanntes gewohntes Umfeld“, „Gewohntes Umfeld“, „Gewohntes Umfeld entspannterer Alltag“, „Ringsum Ruhe, wohler fühlen“.

Nochmals minimal besser schneidet an dieser Stelle mit einem Mittelwert von 2,18 der Lernort Schule für die digitalen Lernszenarien ab. Zwar liegen hier der Faktor Mobilität negativ vor, doch werden vor allem die gewohnten Strukturen und Abläufe als sehr positiv wahrgenommen. An dieser Stelle muss allerdings gesagt werden, dass diese Positionierung offensichtlich stark an modellprojektbedingten Abend- und Wochenendterminen orientiert ist, welche weder für Auszubildende noch für Lehrkräfte erstrebenswert ist. Dies zeigt die ausnahmslos positive Bewertung des weiter unten erläuterten Szenarios einer Blockung, bei der nur die geregelte Schulzeit ins digitale verlegt wird (s. nachfolgende Abbildung).

Digitale lehre schule.png


„Die Schule ist zum Lernen da“, „Festgelegter Zeitpunkt ohne Wenn und Aber“, „Gewohnt bewährt“, „Übliche Tagesablauf“, „festgelegte Zeiten“.

„Anfahrt. Rückfahrt“, „Weiter weg“.

„Das ist mir egal“, „In der Schule kann man auch normalen Unterricht machen, welcher mir besser gefällt“, „Als Alternative zum jetzigen Unterricht“.

Sehr auffällig war der Vergleich des Lernens in der Gruppe. Innerhalb der digitalen Lernszenarien wurde sehr häufig in Gruppenkontexten gearbeitet. Selbst wenn es keine direkten Gruppenarbeiten waren, wurden Aufgaben oft so gestellt, dass sie mit Unterstützung digitaler Formate von einer Gruppendynamik betroffen waren (Die SuS kommentieren und feedbacken sich gegenseitig online zu ihren Beiträgen), wie die Aussagen der SuS in der Zwischenevaluation gezeigt haben. Diese gruppenorientierten Lernprozesse durch die digitalen Lernszenarien haben dazu beigetragen, dass die Auszubildenden das Lernen in der Gruppe deutlich positiver bewerten, was der Mittelwertanstieg von 3,22 auf 2,44 signifikant darlegt (vgl. nachfolgende Abbildung)

Gruppenbasiertes lernen vorher.png Gruppenbasiertes lernen nachher.png

Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, empfinden die SuS auch ganz konkret, dass ihre Medienkompetenz eher gestiegen ist und ihnen der Umgang mit dem Computer und dem Internet leichter fällt, wobei die wenigen Positionierungen in den Bereichen des Eher-nicht-Zutreffens insbesondere auf die sowieso technisch und medial affinen SuS zurückzuführen ist, deren Fähigkeiten keiner weiteren Steigerung in diesem Kontext bedurften (vgl. nachfolgende Abbildung). Auch wurden allgemein verstärkt digitale Medien und Angebote genutzt und das Internet häufiger zum Lernen herangezogen.

Direkte abfrage veränderungen schuljahr.png

Einstellungen und Erfahrungen

In der nachfolgenden Abbildung ist das Semantische Differential zu sehen, welches sowohl vor als auch nach dem Schuljahr mit den digitalen Lernszenarien erhoben wurde (vgl. Abbildung unten). Sehr deutlich haben sich in der Positionierung der SuS 4 Faktoren, alle ausnahmslos ins positive, verändert. Nach einem Jahr intensiver Auseinandersetzung mit digitalen Lernszenarien wird die Online-Lehre sowohl als vertrauter als auch als angenehmer eingestuft. Gleichzeitig wird sie zwar in Relation zur vorherigen Positionierung als anspruchsvoller wahrgenommen, aber nicht mehr als derart kompliziert. Die Differentialkurve zeigt eine eindeutig positivere Verortung der digitalen Lernszenarien aus der Gruppe der SuS nach ersten Erfahrungen mit ebendiesen.

Semantisches differential vorher nachher.png

Auch die Vorteile von zeitlicher Flexibilität und örtlicher Flexibilität wurden erneut abgefragt. In beiden Bereichen gab es, trotz der schon zuvor sehr positiven Verortung, weiteren Zuspruch. So verbesserte sich der Mittelwert des Vorteils von zeitlicher Flexibilität von 1,67 auf 1,33 und der Mittelwert des Vorteils örtlicher Flexibilität stieg von 1,67 auf 1,44. Die Gruppe der Auszubildenden hat demnach die Vorteile der digitalen Lernszenarien erleben können und bewertet diese daher noch positiver als zuvor. Auch die Einstellung gegenüber digitaler Lehre ist allgemein von 1,75 auf 1,5 gestiegen.

Im weiteren Verlauf des Fragebogens wurden die Erfahrungen mit den technischen Gegebenheiten abgefragt. Ein Fokus lag auf den Internetverbindungen sowohl der Schule als auch der Betriebe und am heimischen Lernort. Sowohl die Internetverbindung als auch die technischen Komplikationen allgemein wurden mit Mittelwerten von 2,73 bis 3,09 sehr durchwachsen bewertet (vgl. Abbildung unten). Während sich die Auszubildenden zur Internetverbindung in der Schule ausnahmslos im Mittelfeld positionieren, gibt es in bei der betrieblichen und heimischen Internetverbindung Ausreißer in beide Richtungen. Dies spiegelt auch die Lage ländlicher Räume sehr gut wieder, in welchen Breitbandanbindungen nur vereinzelt vorhanden sind und selbst Betriebe mit infrastrukturellen Problemen konfrontiert sind. Eine breitere Auffächerung gibt es bei den technischen Schwierigkeiten, hier hatten drei SuS ziemliche Probleme, wohingegen sich sechs der Auszubildenden kaum mit der Technik ärgern mussten.

Internetverbindung technische schwierigkeiten.png

In den qualitativen Textfeldern zur Erläuterung von Problemen, explizierten die SuS die erlebten Schwierigkeiten. So wurde von einem Auszubildenden erläutert, dass durch die schlechte Internetverbindung manchmal Schwankungen eintraten, welche das Senden und Empfangen schwierig gestalteten. Des Weiteren wurden Verbindungsabbrüche und Mikrofonausfälle sowie Kameraausfälle und das Fehlen eines Computers als Störfaktoren genannt. Von der Lernumgebung wünschte sich ein Auszubildender, dass leichter zwischen den Fenstern umzuschalten möglich wäre. Neben den positiven Stellungnahmen zur gruppenorientierten Arbeit merkte einer der SuS an, dass es ein Problem darstellt, schwächere Teampartner motivieren zu müssen. Außerdem wünschen sich zwei SuS, dass auch bei digitalen Gruppenarbeitsphasen Lehrkräfte als ständige Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Die Erfahrungen der SuS mit den digitalen Lernprozessen sind in Relation zu den technischen Rahmenbedingungen fast ausnahmslos positiv verortet worden. Bis auf eine einzelne Person kamen alle Auszubildenden gut mit dem Lernmaterial zurecht, haben sich in der Lernplattform gut zurechtgefunden und empfanden sowohl die Lerngruppe als auch insbesondere die Begleitung durch den Lehrer als hilfreich (vgl. nachfolgende Abbildung).

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Die mit Mittelwerten von 1,64 bis 2,09 besonders positiven Rückmeldungen spiegeln sich auch in der nächsten Abbildung wieder, in welcher sich die SuS so positionierten, dass für niemandem das Lernen mit digitalen Szenarien schwierig war.

Umgang digitale lehre.png

Auswertung der Textfelder für offene Aussagen

Zu den wichtigsten Erfahrungen mit der digitalen Lehre zählen die erlebte Flexibilität und das Auseinandersetzen mit der neuen Situation an sich, was Geduld und auch „Durchhaltevermögen“ verlangt. Das Präsentieren vor einer fremden Schulklasse im digitalen Kontext und die damit verbundene Aufregung waren ebenfalls zentrale Erlebnisse für die Gruppe der Auszubildenden. Besonders gut haben die SuS im Kontext digitaler Lernszenarien die Angebots- und Nachfragefunktionen und die Bearbeitung von Präsentationen lernen können, ebenso wie das Lernen in Gruppenkonstellationen. Das Lernen für einen Test hingegen fiel einem der Auszubildenden schwerer. Als größte Herausforderungen wurden seitens der SuS technische Aspekte und die Motivation, außerschulisch tätig zu werden, genannt. So fiel es einem Auszubildenden schwer, dem Unterricht zu folgen, da es Schwierigkeiten mit dem Ton gegeben hat. Für zwei Andere war es herausfordernd, die Motivation Zuhause und außerhalb der Schulzeit aufrechtzuerhalten, wohingegen zwei weitere SuS den Präsentationskontext gerade auch vor einer anderen Schulklasse als besondere Herausforderung bezeichneten.

Bei der Frage, was beim digitalen Lernen unterstützend wirkte, wurden wie zuvor die Gruppe und der Lehrer von drei Auszubildenden benannt, außerdem wirkte sich für andere SuS das Hilfsmaterial, sowie die eigenen digitalen Fähigkeiten unterstützend auf den digitalen Lernprozess aus. Zur Vermeidung technischer Probleme wünschen sich zwei SuS stabilere Programme, ein Auszubildender fordert eine angemessene technische Arbeitsgeschwindigkeit. Klare Fragestellungen und den direkten Sozialen Kontakt wünschte sich ein weiterer Auszubildender. Zwei SuS wünschen sich die digitale Lehre für Gruppenarbeiten oder zum Festigen, ein weiterer zur Erarbeitung von simplen Inhalten, wohingegen ein Auszubildender den Einsatz digitaler Lehre universeller betrachtet und keine besondere Lernsituation favorisiert.

Anfang Mai wurde im Projekt ein Probedurchlauf initiiert, bei dem Auszubildenden entweder von zuhause aus oder vom Betrieb aus an der Unterrichtseinheit teilnehmen konnten. Diese Einheit dauerte etwa sechs Stunden und wurde zu den normalen Berufsschulzeiten absolviert. Die Rückmeldungen der SuS, welche den Lernort Zuhause thematisierten waren durchgehend positiv, denn „dort war mein Tagesablauf trotz schwierigem Thema sehr entspannt und man war einfach grundsätzlich viel gelassener und das Arbeiten fiel einem leichter“, so einer der Auszubildenden. Zwei im betrieblichen Kontext lernenden SuS berichten von einem gelungenen Vorgehen, was auf individuelle Komponenten zurückführbar ist: „Mein Betrieb hat alles sehr gut vorbereitet“. Ein anderer Auszubildender merkte an: „Der Betrieb und man selbst muss sich zeitig drauf vorbereiten um kurzfristige Ereignisse zu verhindern“. Aus ebendiesem Grund wählte ein weiterer Azubi präventiv den Lernort Zuhause, denn: „Im Betrieb war die Durchführung auf Grund von Platz-, Hardwaregründen sowie Arbeitskräftemangel in der Hauptsaison nicht möglich“. Ansonsten gab es erwartete technische Komplikationen vor allem im Bereich der Sprachqualität und der Internetverbindung.

Bei der Frage nach Wünschen für das digitale Lernen votierten vier Auszubildende in der technischen Dimension für Programmstabilität, „Ausbau von gutem Internet“, belastbare Internetverbindungen und reibungslose Webkonferenzen. Inhaltlich wünschen sich die SuS klare Formulierungen insbesondere bei Schulkooperationen und die ständige Verfügbarkeit von Lehrkräften zur fachlichen Hilfestellung. Strukturell spricht sich ein Auszubildender für das digitale Lernen von Zuhause aus als Zusatz zur Präsenzlehre aus, vom Format her werden sich mehr Selbsttests zum Festigen von Lernsituationen, ein online-Lehrbruch zum Nachschlagen sowie bewertungsfreie Lückentexte gewünscht. Auf der Meta-Ebene wurde der Wunsch geäußert, dass alle die Möglichkeit haben sollten, digitale Lehre zu testen.

Den SuS wurde des Weiteren das folgende Szenario dargelegt: „Szenario: Jemand aus Ihrem Freundeskreis beginnt im September dieses Jahres mit einer Ausbildung im kaufmännischen Bereich. Dort wird ein Teil der Lehre digital stattfinden, in der Art wie auch Sie die digitale Lehre kennengelernt haben. Welche Ratschläge geben Sie dieser Person mit?“ Auch hier finden sich technische Aspekte, in denen von der Benutzung des Smartphones anstelle eines Computers abgeraten wird, eine gute Internetverbindung sowie gute Hardwareausrüstung als Ratschläge ausgegeben werden. Auf Ebene der Einstellung und Motivation werden die Tipps gegeben, alles auf sich zukommen zu lassen, aufgeschlossen zu sein und viel auszuprobieren, sich drauf einzulassen und nicht zu schnell aufzugeben, am Ball zu bleiben und eine gute Gruppe zum Lernen zu suchen.

In einem weiteren Szenario wurden den SuS ein Blockungssystem präsentiert, zu dem sie sich positionieren sollten: „Die berufsbildende Schule hat genug digitale Lehrmaterialien um folgendes Modell anzuwenden: Jeder dritte Berufsschultag findet digital statt. Also Woche 1 Donnerstag normal in der Schule, Woche 2 Donnerstag normal in der Schule, Woche 3 Donnerstag digitale Lehre, Woche 4 und 5 wieder in der Schule, Woche 6 wieder digital und so weiter. Jede dritte Woche lernen Sie als Auszubildende also den ganzen Tag digital und sparen sich somit den Weg zur Berufsschule.
Was halten Sie davon?“. Entgegen der Erwartungen gab es ausnahmslos positive Rückmeldungen (zehn an der Zahl) zu diesem Modell. Was den SuS dabei zusagte ist vor allem der persönliche Kontakt zu den Lehrkräfte und anderen Auszubildenden, welcher in diesem Modell trotz digitaler Lernszenarien erhalten bleiben würde, obwohl Kosten und Zeit des Fahrtweges hin und wieder eingespart werden können: „Ich finde das sehr gut da man online sich die Kosten sowie Zeit spart mit dem Fahrtweg. Außerdem können in den 2 Wochen nach dem Onlinelernen gewisse Fragen auch persönlich geklärt werden“.